Hohlraumversiegelung
Rost entsteht zuerst dort, wo man ihn nicht sieht: in Türen, Schwellern, Längsträgern und Säulen. Hohlraumversiegelung schützt genau diese Stellen – bevor es zu spät ist.
Hohlräume, die wir versiegeln
Türen
Untere Türkanten, innere Türholme, Wasserablauföffnungen. Häufigste Rostquelle bei Fahrzeugen ab 5 Jahren.
Schweller
Linker und rechter Schweller innen. Kritisch: Wasser sammelt sich im Inneren, da Ablauföffnungen häufig durch Schmutz verstopft sind.
Längsträger
Vordere und hintere Längsträger – tragende Strukturteile. Rost hier gefährdet die Fahrsicherheit und ist teuer instandzusetzen.
A/B/C-Säulen
Alle Karosseriesäulen. B-Säule ist besonders wichtig für Crashsicherheit. Innenkorrosion schwächt die Struktur ohne sichtbare Anzeichen.
Radkästen innen
Innere Radkastenbereiche, besonders hintere Radläufe. Spritzwasser und Salzwasser sammeln sich hier direkt hinter den Blechen.
Querträger
Vordere und hintere Querträger. Verbindungspunkte mit anderen Trägern sind besonders korrosionsgefährdet (Kapillarwirkung).
Ablauf einer Hohlraumversiegelung
Endoskop-Inspektion
Wir führen eine Kamera in die Hohlräume ein und prüfen den Zustand. Vorhandener Rost wird dokumentiert und auf Wunsch behandelt. Wir versiegeln keinen aktiven Rost ein.
Unterbodenreinigung
Hochdruckreinigung des Unterbodens und zugänglicher Hohlräume. Schmutz und Feuchtigkeit werden entfernt – das Mittel muss auf sauberes Metall treffen.
Trocknung
Fahrzeug wird getrocknet. Bei Fluid Film weniger kritisch (verdrängt Feuchtigkeit), bei Wachsprodukten (Mike Sanders) ist Trockenheit Voraussetzung für Haftung.
Einbringen des Mittels
Über Hohlraum-Sonden wird das Versiegelungsmittel eingeblasen. Bei Fluid Film: feiner Ölnebel befüllt jeden Winkel. Bei Mike Sanders: erhitztes Fett wird eingesprüht.
Verschlüsse und Pflege
Gummipfropfen werden zurückgesetzt, Überschüsse entfernt. Fahrzeug kurz bewegen – das Mittel verteilt sich durch Kapillarwirkung weiter.
Dokumentation
Datum, Produkt und behandelte Bereiche werden dokumentiert. Sie erhalten einen Hinweis zum nächsten Auffrischungsintervall.
Fluid Film vs. Mike Sanders – was passt für mein Fahrzeug?
Fluid Film AS-R
Empfohlen für: aktiv gefahrene Fahrzeuge, Erstversiegelung, feuchte Klimazonen
- Dünnflüssig, kriecht in engste Nähte und Falze
- Auf Lanolin-Basis (natürliches Wollwachs)
- Verdrängt aktiv Feuchtigkeit
- Gute Kapillarwirkung auch an schwer zugänglichen Stellen
- Intervall: alle 2–3 Jahre
Mike Sanders
Empfohlen für: Langzeitschutz, Saisonfahrzeuge, Fahrzeuge mit Standzeiten
- Wachsbasiertes Korrosionsschutzfett
- Wird erhitzt eingeblasen, erstarrt als dauerhafte Schicht
- Hervorragende Langzeitwirkung (3–5 Jahre)
- Ideal für Oldtimer und seltener gefahrene Fahrzeuge
- Weniger kriechfähig als Öl – dicker Schutzfilm
Wann ist der beste Zeitpunkt?
Neufahrzeug (0–3 Jahre)
Erstversiegelung sofortOriginale Werksversiegelung ergänzen. Kein Rost vorhanden – maximale Schutzwirkung. Investition lohnt sich über die gesamte Fahrzeugnutzungsdauer.
3–7 Jahre
Endoskop-Check zuerstHohlrauminspektion mit Endoskop empfohlen. Wenn kein Rost: sofort versiegeln. Bei ersten Ansätzen: behandeln und dann versiegeln.
7–15 Jahre
Inspektion und AbwägungPrüfung des Ist-Zustands notwendig. Solange kein struktureller Rost vorhanden: Versiegelung sinnvoll. Wert des Fahrzeugs gegen Kosten abwägen.
Saisonfahrzeuge
Vor der EinlagerungOldtimer und Saisonfahrzeuge besonders gefährdet: Standzeit in feuchten Garagen. Mike Sanders empfehlenswert – langfristiger Wachsfilm.
Hohlraumversiegelung anfragen
Fahrzeugtyp und Baujahr – wir nennen Festpreis und verfügbaren Termin.